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KAB/AAB - der Suchdienst des Roten Kreuzes

Geschichte

Der Suchdienst im Deutschen Roten Kreuz geht zurück auf die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als Millionen von Menschen ohne Nachricht von ihren Angehörigen waren. Der Krieg, Flucht und Vertreibung, die Zerstörung vieler Wohnungen durch Bomben und der dadurch bedingte Verlust fester Adressen, all das zerriss Familien und stürzte sie in große Ungewissheit. Aus kleinen Anfängen baute das Rote Kreuz eine Suchdienstorganisation auf, die über Suchkarteien, Plakataktionen, Befragungen und später auch über Presse und Rundfunk die Familienzusammenführung und die Klärung von Vermisstenschicksalen übernahm. Bis heute gelingt es dem Suchdienst immer wieder, Schicksale aus dem Krieg zu klären. Deshalb bleiben die immer noch über eine Million Vermißtenakten aus dieser Zeit  bei den Suchdienststellen München und Hamburg weiter geöffnet.

Aufgaben

Nichts ist so zermürbend wie anhaltende Ungewissheit über das Schicksal eines nahestehenden Menschen. In Kriegen und Bürgerkriegen, nach Naturkatastrophen oder großen Unglücksfällen gilt oft der erste Gedanke den womöglich betroffenen Angehörigen: "Lebt mein Freund noch?", "Geht es meiner Mutter gut?", "Wo ist mein Bruder jetzt?" Weil in solchen Situationen häufig das Kommunikationsnetz zusammenbricht, lassen sich auch im Handy-Zeitalter diese Fragen vielfach nicht aus eigener Kraft beantworten.

Der Suchdienst ist darin geschult und dafür ausgerüstet, rasch und zuverlässig Informationen über den Verbleib von Betroffenen zu sammeln und Suchanfragen zu beantworten. Dabei arbeitet er eng mit den Rettungskräften vor Ort, Betreuungsdiensten, Ämtern und Behörden zusammen. Im Konfliktfall übernimmt der Suchdienst des Roten Kreuzes die Funktion eines Amtlichen Auskunftbüros (AAB), zu dessen Einrichtung sich die Bundesrepublik wie alle Unterzeichnerstaaten der Genfer Abkommen verpflichtet hat. Bei Großschadensereignissen arbeitet er vor Ort als Kreisauskunftsbüro (KAB), gegebenenfalls unterstützt von den Suchdiensten der Nachbarkreisverbände.

Hauptarbeitsmittel sind dabei standardisierte Kartensätze, mit denen die Betroffenen erfasst und Suchanfragen aufgenommen werden. Sie werden in der Suchdienstkarte zusammengeführt und ermöglichen so, Suchende und Gesuchte zusammenzuführen. Zunehmend werden auch Computer eingesetzt, die ein spezielles Suchdienstprogramm (Xenios) verwenden.

Suchdienst im Kreisverband Altötting

Der Suchdienst im Kreisverband ist ein eigener Fachdienst innerhalb der Bereitschaften. Rund zwanzig HelferInnen halten sich durch Übungen und Schulungen fit für die oben genannten Aufgaben. Obwohl Teil des Katastrophenschutzes übernimmt der Suchdienst auch "harmlosere" Einsätze wie den Dienst bei Großveranstaltungen. Beim Papstbesuch 2006 in Altötting war das KAB Altötting ebenso präsent wie bei der jährlichen Jugendfußwallfahrt.

Das Engagement im Suchdienst ist auch für Helfer geeignet, die aus persönlichen oder gesundheitlichen Gründen keinen Sanitätsdienst leisten können oder wollen und trotzdem einen Beitrag für andere leisten möchten. Besonders willkommen sind Menschen mit EDV- oder Sprachkenntnissen, häufig sind Fremdsprachen eine große Hilfe im Umgang mit Suchenden oder in der internationalen Zusammenarbeit.

Wer gerne einmal den Suchdienst und seine Arbeit näher kennenlernen möchte, ist jederzeit herzlich willkommen!

Kontakt: franz.zogler(at)kvaltoetting.brk.de